Skulpturen

2023

Lützerath

„Lützerath“, 2023, 40 abstrakte Papiermodelle von Bodenstrukturen aus Lützerath im Maßstab von ca. 1:20, gefertigt aus Fotodrucken und Kleber. Rokas Wille überführte Drucke seiner eigenen Fotografien der von Aktivist*innen errichteten Protestarchitekturen in dreidimensionale Modelle. Die Plastiken lassen sich von allen Seiten betrachten – so hatte Wille die Hütten auch aus mehreren Perspektiven fotografisch dokumentiert. Die Arbeit bewegt sich somit zwischen Fotografie und Bildhauerei.

An einigen Stellen schnitt der Künstler die Zwischenräume zwischen den Brettern der Hütten aus, sodass die unbedruckte Rückseite des Papiers sichtbar wird. Auch Gräser und Äste, die sich auf seinen Fotografien finden, ließ er im Modell zu Bestandteilen der Fassaden werden. Auf diese Weise schuf Wille eine Abstraktion, die die Architekturen mit ihrer Umgebung verschmelzen ließ.

„Lützerath“ wurde 2023 als Teil der Ausstellung „Protest/Architektur“ im DAM in Frankfurt gezeigt, 2024 im Museum für Angewandte Kunst (MAK) in Wien und 2025/26 in der Prague City Gallery GHMP in Prag. Darüber hinaus war die Arbeit 2025 Teil der 16. Triennale Kleinplastik in Fellbach.

Die Arbeit entstand als Auftragsarbeit für das Deutsche Architekturmuseum (DAM) und erweitert eine Serie von fünf zuvor von Wille angefertigten Modellen desselben Motivs. Ein weiterer Prototyp der Arbeit ist seit 2026 Teil der Dauerausstellung des DAM.

Wille nahm seine Fotografien kurz vor der Räumung im Januar 2023 auf. Anschließend setzte er sie digital zu Faltplänen zusammen und fertigte daraus im Laufe des Sommers seine Modelle. Aus zeitlichen Gründen konzentrierte er sich während der Räumung auf die 40 von Aktivist*innen errichteten Bodenstrukturen und ließ die Baumhäuser in seiner Dokumentation aus. Dadurch richtet sich der Blick auf einen besonderen Typus von Protestarchitektur: das „Baumhaus ohne Baum“. Denn auch die Bodenstrukturen lassen sich als „Verzögerungsarchitekturen“ verstehen. Bei einem Polizeieinsatz können die Aktivist*innen auf die Dächer steigen und sich damit in eine Höhe begeben, die den Einsatz von Spezialkräften erforderlich macht. Die Räumung kann so – zumindest in der Hoffnung der Besetzer*innen – hinausgezögert werden.

Lützerath war ein Ort des kollektiven Widerstands gegen den Sachzwang von Wachstum und Staatenkonkurrenz, gegen die Herrschaft von Markt und Kapital. Zugleich war es ein Ort, an dem ein gutes Leben und eine andere, menschliche Gesellschaft bereits praktisch erprobt wurden. Dieser Geist spiegelt sich auch in den errichteten Strukturen wider: Unter den verschiedenen Protestbauten gab es etwa einen Infopunkt, die Hütte, die 2022 noch als Küfa (Küche für Alle) genutzt wurde, sowie ein Awareness-Zelt.

2020

Papierskulptur ohne Titel

Skulptur aus bedrucktem Papier

2019

Unregelmäßige Papierskulptur Nr. 4

Papierskulptur

Unregelmäßige Papierskulptur Nr. 3

Papierskulptur

Papierskulpturen ohne Titel

Papierskulpturen
Spat 26 x 5 x 5cm
Körper aus acht Drachen 26 x 6 x 6cm

2018

Unregelmäßige Papierskulptur Nr. 2

Skulptur aus bedrucktem Papier
15 x 7 x 5 cm

Unregelmäßige Papierskulptur Nr. 1

Skulptur aus bedrucktem Papier
11 x 4 x 3 cm

2017

Papierskulptur ohne Titel

Skulptur aus bedrucktem Papier
Ikosaederstumpf ⌀9 cm

Papierskulptur "Globus"

Skulptur aus bedrucktem Papier
Dodekaeder ⌀11 cm